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Vereine und Initiativen in Ebnet – ARGE Ebneter Ortbild


Aus dem Dornröschenschlaf geweckt – Der Pfarrgarten von St. Hilarius


(von Susanne Netzer)

Der Pfarrgarten von St. Hilarius in Ebnet | Foto: Ulrike Eberius

Am Anfang stand eine Inspiration aus Südamerika: Auf Ackerflächen, die den Kaffeeplantagen abgetrotzt wurden, werden in Kolumbien Stangenbohnen an Maispflanzen hochgezogen – eine natürliche Symbiose dieser beiden Nutzpflanzen (Bohnen profitieren vom Mais als Rankhilfe und versorgen diesen wiederum mit notwendigem Stickstoff). Das wollten zwei Mitglieder des Eine-Welt-Kreises St. Hilarius im Frühjahr des vergangenen Jahres auch bei uns versuchen.

Als Versuchsfeld bot sich der völlig verwilderte Garten am Rand der Pfarrwiese neben dem großen Pfarrhaus an, in Ebnets „Dorfkern“. Dieser Bauerngarten am Dorfbrunnen lag einige Jahre brach. Die Wiese wurde weiter gepflegt, der Bauerngarten aber fiel – im wahrsten Sinne des Wortes – in einen Dornröschenschlaf. Wege und Beete verschwanden langsam unter der wild wuchernden Natur.

Die Anlage dieses Gartens folgt dem klassischen Schema der Innenhöfe von Kreuzgängen, wie wir sie aus Klöstern und Kirchen kennen: Ein ummauertes Viereck, in der Mitte kreuzen sich zwei Wege, hier steht ein Brunnen – zur Versorgung der Ordensleute und, symbolisch, als Lebensbrunnen. Die vier Quadranten einer solchen Anlage bieten sich Gärtnern geradezu an, unterschiedlich genutzt zu werden: als Kräuter- und Arzneigarten, als Küchen-, Blumen- oder Staudengarten. Das hat sich die „Pfarrgarten-Gruppe“ in freien Varianten zur Aufgabe gemacht. Neben den Initiatorinnen sind wir – einige Anzeigen im Ebneter Amtsblatt und einen Aushang am Dorfbrunnen später – inzwischen eine Gruppe von sieben Frauen und zwei jungen Männern: unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Erfahrung, mit Spaß am Gärtnern und zugleich dem Wunsch, einen kleinen Beitrag zur Verschönerung des Ebneter Ortsbildes zu liefern.

Zuerst haben wir gerodet (jede Menge Schlingpflanzen, Brombeeren, Schachtelhalm, Giersch, Maiglöckchen, kanadische Goldrute …) und gejätet, um der Erde wieder Luft zu geben, haben Komposthaufen angelegt, gedüngt und schließlich – zunächst eher unsystematisch – gesät: Mais und Stangenbohnen, Kürbis, Gurken, Mangold, Feldsalat und Tomaten. Ein freigelegtes Himbeergebüsch und wild wachsende Erdbeeren lieferten immer wieder süße Belohnung für unsere Arbeit. Geerntet haben dann Manches vor uns die Schnecken, aber wir waren stolz und zufrieden mit dem Ertrag und dem gelichteten Erscheinungsbild des Gartens.

In diesem Jahr haben wir damit begonnen, unsere Pflanzungen systematischer vorzunehmen. Verschiedene Gemüse liegen nun nach Prinzipien von Permakultur und Dreifelder-Wirtschaft, alten Anbaumethoden, die auf Chemie verzichten und die natürlichen Synergie-Effekte einzelner Pflanzen nutzen, nebeneinander: Salat, Erbsen, Lauch, Gurken, Zwiebeln, Knoblauch, Kürbis, Radieschen, Möhren, Schwarzwurzeln, Rote Bete. Ein anderer Teil des Gartens, vergleichsweise „wild“, ist Kräutern, Stauden und Blumen vorbehalten. Sie liefern etwas fürs Auge – die farbigen Akzente. Ein kleiner Teil schließlich wird seit diesem Jahr mit Begeisterung von Kindern des gegenüberliegenden Montessori-Kindergartens bewirtschaftet. So können ihre Erzieher schon frühzeitig und ganz praktisch das Interesse der Jüngsten an unserer Um- und Mitwelt wecken. Die Idee, den nördlich oberhalb des ummauerten Gartens gelegenen Hang als Blumenwiese den Wildbienen zu überlassen, ist in diesem Jahr erst einmal gescheitert. Wir hoffen aber, im kommenden Jahr klappt es damit.

Derzeit ist der ganze Pfarrgarten nur zu besonderen Anlässen (z. B. Pfarrfesten) öffentlich zugänglich, da das ehemalige Pfarrhaus bewohnt ist. Der Garten kann aber immer vom Dorfbrunnen aus eingesehen werden. Das Gemeindeteam von St. Hilarius begleitet das Projekt von Anfang an mit Wohlwollen. Hingewiesen worden sind wir auf das „Hundertfüßer-Programm“ des Erzbistums Freiburg, das Klimaschutzmaßnahmen fördert. Wir haben die Anschaffung und Aufstellung einer 1.300-Liter-Regentonne, anzuschließen an ein Fallrohr des Pfarrhauses, beantragt, und: der Antrag ist bewilligt!


Mitmachen und unterstützen: Ihre Hilfe ist willkommen!

Haben Sie Lust, bei den Landschaftspflege-Einsätzen am Galgenberg, beim Streichen der Bänke oder beim Bauerngartenprojekt im Pfarrgarten mitzuhelfen? Die ARGE freut sich über tatkräftige Helferinnen und Helfer! Interessierte können sich bei Ulrike Eberius (info@multimedia-atelier.de) oder Fridolin Werne (FR-60226) melden.

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