Gemeinsam gegen häusliche Gewalt
(Bericht: Ulrike Eberius)
Unter den zahlreichen Bänken in Ebnet stach im August eine Bank besonders hervor: die “Rote Bank” vor der Dreisamhalle. Mit ihrer knalligen Farbe und der aufgemalten Silhouette einer Frau steht sie symbolisch für ein oft tabuisiertes Thema: häusliche Gewalt.
Unter den zahlreichen Bänken in Ebnet stach im August eine Bank besonders hervor: die “Rote Bank” vor der Dreisamhalle. Mit ihrer knalligen Farbe und der aufgemalten Silhouette einer Frau steht sie symbolisch für ein oft tabuisiertes Thema: häusliche Gewalt.
Das Rot der Bank steht symbolisch für das Blut jener Frauen, die von ihren Partnern getötet wurden. Eine erschreckende Symbolik – und auch die Zahlen, die die Bank ins Bewusstsein rückt, sind erschreckend: Alle drei Minuten wird in Deutschland eine Frau oder ein Mädchen Opfer häuslicher Gewalt. Doch häusliche Gewalt betrifft nicht ausschließlich Frauen – auch Kinder, Männer und pflegebedürftige Personen erleben Gewalt hinter verschlossenen Türen, die oft von den engsten Bezugspersonen ausgeübt wird. Dabei kann es sich neben körperlicher und sexueller Gewalt auch um psychische Gewalt handeln. Zu letzterer zählen beispielsweise Beleidigungen, Herabwürdigen und Kleinmachen, das Ausüben von Macht und Kontrolle oder das Verbot sozialer Kontakte.
Die Initiative, die Rote Bank nach Ebnet zu holen, ging von Ortschaftsrätin Katharina Mattern (CDU) aus. Anlässlich der Aufstellung wies sie darauf hin, dass häusliche Gewalt in allen gesellschaftlichen Schichten vorkommt – unabhängig von Einkommen, Bildung oder sozialem Status. Und ziemlich sicher auch in Ebnet stattfindet. Sie betonte: „Niemand darf mit diesem Problem alleingelassen werden!“
Mehr als ein Symbol – konkrete Hilfsangebote:
Die Rote Bank ist nicht nur ein Mahnmal und Denkanstoß, sondern bietet auch direkte Unterstützung. Auf der Bank angebrachte Aufkleber informieren über Hilfsangebote und Anlaufstellen für Betroffene oder besorgte Mitmenschen:
Beratung für betroffene Frauen:
Frauen- und Kinderschutzhaus Freiburg: 0761/31072
Nach sexuellen Übergriffen:
Frauenhorizonte – Notruftelefon: 0761/31072
In akuter Gefahr:
Polizei: 110
Hilfe-Telefon „Gewalt gegen Frauen“:
116 016 – anonym und kostenfrei, 24/7 erreichbar
Peer-Online-Beratung durch Wildwasser Freiburg:
(Peer = Beratung durch Menschen mit ähnlichen Erfahrungen)
www.wildwasser-freiburg.de
Freiburger Fachstelle Intervention gegen häusliche Gewalt:
0761/8973520 – bietet u.a. Beratung für Männer, die von partnerschaftlicher Gewalt betroffen sind.